Von der Überforderung zur Ruhe – Ihre Gedanken gestalten Ihre Welt
Mehr Ruhe im Leben zu finden ist einfach – aber nicht immer leicht. Fehlt es an Ruhe und Klarheit, entsteht schnell das Gefühl der Überforderung. Da unsere Gedanken unsere Welt formen, gibt es sowohl praktische Schritte als auch innere Haltungen, die helfen können, mehr Stille in den Alltag zu bringen.
Überzeugungen können unser Selbstwertgefühl stark beeinflussen. Es ist etwas Zartes – und wenn es erschüttert wird, können die Auswirkungen lange anhalten.
Die Botschaften, die wir uns selbst den ganzen Tag über in einem inneren Kommentar mitgeben, erzeugen ein tiefes Gefühl der Überwältigung.
Überforderung entsteht, wenn man glaubt, alle Probleme lösen, alle Aufgaben erledigen, das perfekte Haus, die perfekten Kinder, den perfekten Partner haben und gleichzeitig die perfekte Unternehmerin, Mutter, Ehefrau sein zu müssen – und irgendwo noch Zeit für Wäsche, Familienausflüge und vielleicht einen älter werdenden Elternteil zu finden.
Das Glas-Experiment für mehr Klarheit
Um Ruhe zu finden, brauchen Sie zunächst Klarheit darüber, was die Überforderung auslöst. Oft ist es nicht eine Sache, sondern viele. Wenn Klientinnen zu mir kommen, die sich überwältigt fühlen und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, mache ich mit ihnen eine einfache Übung – um ihnen einen Weg durch die Flut der Gedanken zu zeigen. Und ich möchte sie gerne auch mit Ihnen teilen.
Nehmen Sie ein großes Einmachglas und einen Beutel kleiner Kieselsteine und stellen Sie beides vor sich hin. Jedes Mal, wenn Ihnen etwas einfällt, das Sie im Laufe des Tages tun, legen Sie einen Stein ins Glas: von dem Moment, in dem Sie die Kinder zur Schule bringen, bis zu dem, an dem Sie sie wieder abholen, werden Ihnen eingefallen sein:
- Einkaufen und Essen vorbereiten
- E-Mails prüfen
- Blogartikel schreiben und in sozialen Medien posten
- Kontostände durchsehen und Rechnungen bezahlen
- Rechnungen für Klientinnen erstellen
- Sich über unbezahlte Rechnungen sorgen
- Das eigene Unternehmen bewerben
- Als Gast in einem Podcast auftreten
- An einer Konferenz teilnehmen
- Einem Interview geben
Und das alles noch vor dem Mittagessen. Wie sieht Ihr Glas schon jetzt aus? Bereits ziemlich voll. Nun kommt nach dem hastig gegessenen Mittagessen noch der Tierarzttermin – und während Sie im Wartezimmer sitzen, können Sie:
- soziale Medien prüfen und auf Kommentare antworten
- ein paar E-Mails beantworten
- mit der Arbeit an einer Tabellenkalkulation beginnen
Zuhause angekommen, müssen Sie noch einige Anrufe nachholen – während Sie die Waschmaschine anstellen und die Spülmaschine ausräumen. Kinder, Abendessen, aufräumen, Nachrichten, Netflix, durch Facebook scrollen, schlafen gehen. Was für ein Tag.
Überforderung aus Ihrem Leben entfernen
Wenn Ihr Leben von Überforderung erfüllt ist, wird echte Ruhe kaum entstehen können. Genauso wie das Glas läuft auch Ihr inneres Erleben schnell über. Das Gehirn gleicht diesem armen Glas: Es überfüllt sich rasch mit Informationen, die das Gefühl erzeugen, nicht mehr mithalten zu können. Ein voller Kopf ohne Entlastung führt unweigerlich zur Erschöpfung. Und die obige Liste hat noch gar nicht die vielen anderen Gedanken erwähnt, die sich zwischen den Aufgaben einschleichen: „Ich fühle mich allein", „Ich habe zu viel zu tun", „Ich bin so überfordert", „Die anderen verdienen mehr", „Die haben mehr Klientinnen", „Ich schaffe das nicht", „Das ist so schwer".
Dabei tritt so vieles von dem, was wir befürchten, was wir über uns selbst denken und was wir über den Erfolg anderer glauben, gar nicht ein – und entspricht schlicht nicht der Wahrheit. Es hat keinen Platz in Ihrem Arbeitstag, geschweige denn in Ihrem Leben. Ich betrachte solche Gedanken gerne als Ballast, der abgeladen werden darf.
Wenn der Stresspegel hoch ist, sinkt die Leistungsfähigkeit – wenig Output, geringe Qualität. Das ist Mangel in seiner einfachsten Form. Regelmäßiges Entleeren des Gedankenstroms kann helfen, wieder klar zu sehen, Raum zum Denken zu finden und Weite entstehen zu lassen.
Beginnen Sie also damit, das Glas zu leeren. Ja, es wird laut, wenn all die Kieselsteine herausrollen. Vielleicht kommen dabei auch einige Gefühle an die Oberfläche. Bleiben Sie dennoch dabei.
Schreiben Sie jeden Gedanken auf, alles, was auf Ihrer To-do-Liste steht, und jedes Gefühl, das auftaucht.
Fühlt sich das schon besser an? Vielleicht ein wenig leerer? Neugierig, was Sie mit all diesen Gedanken anfangen werden?
Von hier aus können Sie beginnen, Ihre Prioritäten für den Tag herauszuarbeiten, Ihre Zeit sinnvoll einzuteilen und auch Momente für sich selbst einzuplanen. Und bleiben Sie dabei realistisch: Übertragen Sie nicht einfach alles aus dem Gedankendump auf eine Tagesliste.
Sieben Sie den unnötigen Ballast heraus – der Rest lässt sich nutzen, um klare Ziele zu setzen. Eine ausgewogenere Art zu denken und zu arbeiten gibt Ihnen auch ein dringend benötigtes Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen zurück. Ich sage oft: „Was im Herzen ist, kommt durch den Mund" – was Sie innerlich fühlen, nehmen Ihre Klientinnen, Ihre Familie und Ihre Freunde wahr, und sie reagieren entsprechend.
Wirken Sie angespannt, spüren Klientinnen das und verlieren das Vertrauen in Ihre Kompetenz. Wirken Sie klar und ruhig, geben Sie ihnen Halt und Sicherheit.
Hier sind einige praktische Hinweise, die Ihnen helfen können, mehr Ruhe in Ihr Leben zu bringen. Wie also bewahren wir das, was diese neue innere Stille ausmacht? Wie gehen wir mit Klarheit und Weite in die Zukunft? Ich empfehle meinen Klientinnen, regelmäßig alles aufzuschreiben, damit die Überforderung gar nicht erst wieder Einzug hält. Was auf dem Papier steht, ist aus dem Kopf. Alles, was Sie brauchen, ist ein Notizbuch, ein Stift und ein paar Textmarker.
- Machen Sie jeden Morgen einen Gedankendump in ein Notizbuch und sortieren Sie den Ballast heraus, um zu dem zu gelangen, was wirklich wichtig ist.
- Markieren Sie mit einem Textmarker drei Dinge, die nur Sie tun können, um Ihr Unternehmen jetzt weiterzubringen.
- Markieren Sie in einer anderen Farbe, was Sie an andere delegieren können.
- Markieren Sie dann weitere Aufgaben außerhalb der Arbeit, die an diesem Tag anfallen – und verschieben Sie diese auf nach der Arbeitszeit, einschließlich des Tierarztbesuchs.
- Planen Sie Pausen als feste Priorität ein. Auf Dauer kann niemand auf Reserve fahren.
- Nehmen Sie sich Zeit für Bewegung. Sie werden sich besser konzentrieren können.
- Weniger ist mehr. Drei markierte Aufgaben sind weniger überwältigend als eine lange Liste. Bleibt Zeit übrig, entscheiden Sie selbst, ob Sie mehr angehen, sich eine wohlverdiente Pause gönnen oder Aufgaben an eine Assistenz, eine Kollegin oder Ihr Team weitergeben möchten.
- Vergleichen Sie sich nicht mit anderen – planen Sie aber regelmäßige Gespräche mit einer Vertrauensperson oder einer Begleiterin ein.
- Suchen Sie nach anderen Formen der Unterstützung: Gibt es jemanden, mit dem Sie tauschen könnten? Sie lösen das IT-Problem der anderen, die andere liest Ihren Artikel Korrektur?
- Feiern Sie, wenn Sie den Tag abgeschlossen haben.
- Ruhen Sie sich aus.
Und vergessen Sie nicht: Wir alle haben nur 24 Stunden am Tag. Unterschätzen Sie nicht, was Sie erreichen können – aber bleiben Sie realistisch, was die Zeit betrifft, die Ihnen dafür zur Verfügung steht.
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Siehe auch: Money Coach

