Sie schließt Deals im Millionenbereich noch vor dem Mittagessen. Sie leitet ein Team von zwanzig Personen. Sie wurde in fünf Jahren dreimal befördert. Und jeden Sonntagabend liegt sie wach und grübelt über Geld nach.
Wenn Sie sich darin wiedererkennen, sind Sie nicht allein. In meiner Coaching-Praxis in Zurich arbeite ich fast ausschließlich mit hochqualifizierten Berufsfrauen, und das Muster ist bemerkenswert einheitlich: Je kompetenter sie im Beruf sind, desto widersprüchlicher fühlt sich ihr Verhältnis zu den persönlichen Finanzen an.
Das ist kein Wissensproblem. Es geht nicht um Budgetierungs-Apps oder Anlagestrategien. Es liegt viel tiefer.
Die Lücke zwischen Kompetenz und Vertrauen
Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst sind es gewohnt, gut in dem zu sein, was sie tun. Sie lernen schnell, setzen konsequent um und liefern Ergebnisse. Wenn sie also auf einen Lebensbereich treffen, in dem sie sich unsicher fühlen – ihr Verhältnis zu Geld – wird das Unbehagen noch stärker. Es geht nicht nur darum: „Ich weiß nicht, was ich tun soll." Es ist das Gefühl: „Ich sollte wissen, was zu tun ist, und die Tatsache, dass ich es nicht weiß, bedeutet, dass etwas mit mir nicht stimmt."
Das ist die Lücke zwischen Kompetenz und Vertrauen, und sie ist rund um das Thema Geld besonders ausgeprägt, weil Geld auf eine Weise mit Scham, Schweigen und sozialem Vergleich verbunden ist, die berufliche Leistung nicht betrifft.
Das Schweizer Schweigen über Geld
In der Schweiz zu leben, verschärft das noch. Die Schweizer Kultur pflegt ein tiefes, fast ehrfürchtiges Verhältnis zur finanziellen Privatsphäre. Man spricht nicht über Gehälter. Man vergleicht keine Anlagen. Und finanzielle Sorgen gibt man schon gar nicht zu.
Für Frauen, die als Expats in Zurich leben – viele meiner Klientinnen – ist dieses Schweigen isolierend. Sie sind aus Kulturen hierher gekommen, in denen Gespräche über Geld offener waren, und sind nun an einem Ort gelandet, wo das Thema weitgehend tabu ist. So leiden sie im Stillen, überzeugt davon, dass alle anderen es längst im Griff haben.
Das tun sie nicht. Ich versichere es Ihnen.
Drei verborgene Konflikte rund um Geld, mit denen leistungsstarke Frauen zu kämpfen haben
1. Der Konflikt um die Erlaubnis zu verdienen
Viele leistungsstarke Frauen sind mit Botschaften aufgewachsen – ausgesprochen oder unausgesprochen –, dass anständige Frauen sich nicht um Geld scheren. Dass mehr zu wollen gierig ist. Dass Erfolg seine eigene Belohnung sein sollte.
So verdienen sie gut, aber fühlen sich dabei schuldig. Sie verhandeln hart für ihr Unternehmen, nehmen für sich selbst aber das erste Gehaltsangebot an. Sie investieren das Geld ihrer Firma mit Bedacht, lassen ihre persönlichen Ersparnisse jedoch auf einem einfachen Konto liegen, weil sich „darum kümmern" irgendwie unangemessen anfühlt.
2. Das Paradox von Erfolg und Sicherheit
Wer in finanzieller Unsicherheit aufgewachsen ist – selbst in mäßiger Unsicherheit –, dem kann Erfolg gefährlich erscheinen. Das Nervensystem hat gelernt, dass gute Dinge nicht von Dauer sind, dass Wohlbefinden vorübergehend ist und dass der nächste Rückschlag immer kommt.
Also horten Sie. Oder Sie geben impulsiv aus, bevor das Geld „verschwindet". Oder Sie arbeiten 60-Stunden-Wochen – nicht weil Sie die Arbeit lieben, sondern weil das Innehalten sich anfühlt wie eine Einladung zur Katastrophe.
3. Die gespaltene Identität
Bei der Arbeit sind Sie entscheidungsfreudig, strategisch und selbstsicher. Im Umgang mit Geld sind Sie das siebenjährige Mädchen, das den Eltern beim Streit über die Rechnungen zuschaut. Diese gespaltene Identität kostet enorm viel Kraft, weil sie ein ständiges Wechseln zwischen dem beruflichen Selbst und dem finanziellen Selbst erfordert.
Die Wahrheit ist: Es ist dieselbe Person. Und diese beiden Seiten miteinander zu verbinden, gehört zu den wirkungsvollsten Dingen, die ich mit meinen Klientinnen erarbeite.
Was tatsächlich hilft
Meiner Erfahrung nach brauchen leistungsstarke Frauen keine zusätzliche Finanzbildung. Was sie brauchen:
- Die Erlaubnis zu fühlen. Geld ist nicht nur Zahlen – Geld ist Emotion. Sich zu erlauben, in Bezug auf Geld Angst, Vorfreude, Schuldgefühle oder Hoffnung zu empfinden, ist keine Schwäche. Es ist der Anfang von Veränderung.
- Einen geschützten Raum zum Sprechen. Nicht einen Finanzberater mit einer Tabellenkalkulation. Einen Menschen, der versteht, dass Ihre Beziehung zu Geld lange begann, bevor Sie Ihr erstes Bankkonto eröffnet haben.
- Eine Verbindung zu Ihrer persönlichen Geldgeschichte. Jedes finanzielle Verhalten hat eine Wurzel. Wenn Sie verstehen, woher Ihre Muster stammen, können Sie selbst entscheiden, ob Sie sie beibehalten möchten.
Genau das bietet Money Coaching. Es ist keine Therapie (auch wenn es sich wunderbar ergänzt). Es ist keine Finanzplanung. Es ist das fehlende Bindeglied zwischen dem Wissen, was man tun sollte, und dem tatsächlichen Tun.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie sich in diesem Artikel wiedererkannt haben, begegnen Sie sich selbst mit Neugier statt mit Urteil. Ihre Muster im Umgang mit Geld sind keine Fehler – sie sind Anpassungen, die Ihnen einmal gedient haben. Die eigentliche Frage ist, ob sie Ihnen heute noch dienen.
Spielen Sie The Deal, um Ihren wichtigsten Geld-Archetypen zu entdecken. Es dauert 10 Minuten und könnte das aufrichtigste Gespräch sein, das Sie seit Jahren mit sich selbst über Geld geführt haben.
Vertiefen Sie Ihren Weg
Entdecken Sie diese Ressourcen, um Ihr Verständnis zu vertiefen:
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